Lequio Berria, (Cuneo) 8 /9/ 2007    Angelo Branduardi:"Omaggio a Pressenda"

photo by Michelangelo Gargiulo

 Wer einem fahrenden Musikanten folgt, hat immer gewisse Vorteile: man trifft alte Freunde wieder und findet neue Freunde, und die Leichtigkeit aus Teenager Zeiten, die normaler Weise in uns versteckt ist, kommt wieder zum Vorschein und man kann außergewöhnliche Orte kennen lernen, die vorher unbekannt waren.

Lequio Berria ist einer davon: ein kleines Dorf mit 500 Einwohnern schaut über das Tal der Langhe. Ein paar Häuser, eine Kirche und die plötzliche, atemberaubende Aussicht auf grüne Hügel. Es ist ein stilles Dorf, wie aus einer anderen Zeit, belebt von der Präsenz der Einwohner: der nette Bürgermeister, der schon von uns gehört hat und sofort einen „Ausländer“ erkennt, die nette Dame, die extra für uns die Kunstgalerie geöffnet hat, die Angestellten des Hotels, die uns trotz der Invasion der Touristen ein herzliches Willkommen bereitet und unseren Aufenthalt komfortabel und, ich möchte sagen, unvergesslich gestaltet haben. Und natürlich die Leute, mehr als 500 Leute, die von den nahen Vororten gekommen waren, erst schüchtern und zurückhaltend, dann gerührt und dankbar.
photo by Michelangelo Gargiulo
Ursprünglich ein Keltisches Lager, wurde Lequio Berria ein Platz für die Römer auf dem Weg zum Meer, eine Garnisonsstadt im Mittelalter und der Geburtsort vieler Soldaten, die in den Weltkriegen gefallen sind. Die alten Steine, Zeugen der Geschichte, mit Holz Kunsthandwerk verknüpft, in der geheimnisvollen und aufregenden Form, der Kunst von Francesco Pressenda, dem Schöpfer von Saiteninstrumenten.
 

Angelo Branduardi wurde eingeladen, um dem Publikum den aufregenden Klang einer historischen und wertvollen Violine von Pressenda zu zeigen. Für das Dorf ist es ein wichtiges Ereignis und alle haben intensiv mitgearbeitet. Der Hauptplatz wurde mit Stühlen bestückt ,geduldig von jungen Mädchen mit Nummern versehen, kleine Stände bieten Brot und Getränke an, überall ist Ordnung und Wärme. Freundlich öffnen sie für uns die Sammlung von Kreidezeichnungen von Lequio Berria und wir entdecken einen wahren Schatz: eine Ausstellung (einmalig in unserem Land) von Arbeiten Russischer Künstler in einer Art Partnerschaft mit Italien. Tatsächlich gibt es in Russland, in Jaroslavl, eine Sammlung von Kreidezeichnungen Italienischer Künstler. Eine Zusammenarbeit die gleichzeitig über eine Distanz von über 4000 km geboren wurde – es ist toll! Sogar für uns Branduardi-ans, die gewohnt sind, Entfernungen zwischen so vielen Ländern zunichte zu machen.


Als Angphoto by Ida Toneroelo und seine Musiker mit der Generalprobe fertig sind, fängt Lequio Berria langsam an, sich mit Leuten zu füllen. Wir plaudern mit Davide Ragazzoni, nett und lächelnd wie immer, wir probieren etwas Wein (es wäre eine Sünde, es in diesem Dorf nicht zu tun) und endlich kommt der Moment des Troubadour. Das Publikum ist gebannt, ich glaube nicht, das es so ein Schauspiel erwartet hat. Tatsächlich hat es nicht den Mut zu singen, als die Zeit zum Mitsingen kommt. Es singt nicht viel, aber es gibt viel Applaus, auch im Stehen. Wie so oft, schaffen die Passagen der Lauda eine bewegende und feierliche Atmosphäre, aber in dem Moment, in dem der Klang der historischen Violine auf dem Platz erklingt, so beschwörend und bewegend, waren wir alle sprachlos und aufgeregt. Angelo ist offensichtlich auch sehr bewegt, während er daran denkt, wie viele Leute schon vor ihm diese Violine gespielt haben und es auch noch tun werden: das Vorrübergehen so vieler Leben...und wenn es stimmt, das jede Geige ein Stückchen von der Seele jedes Spielers, der sie spielt nimmt, dann ist jetzt in der Pressenda ein Stückchen von Angelo Branduardi, eine gegenseitige Bereicherung.

Der Teil der klassischen Lieder geht weiter mit „La donna della sera“, eine wunderschöne Überraschung für alle, die wie ich dieses Lied seit den Zeiten von „Domenica und Lunedí“ nicht mehr gehört haben, dann „Confessioni di un
malandrino", "Vanità di vanità", "La pulce d'acqua"... und zum Schluß: „ Haben wir heute Nacht einen Mond?“ fragt er in das Mikrophone. Nein, haben wir nicht. Dann singt er ihn für uns.
Die Nacht endet sehr spät: Nach dem Nachtmahl verabschieden wir uns von Angelo um 2 Uhr, als er, zufrieden, in sein Auto steigt. Und was ist mit den Braunduari-ans? Wir hatten uns schon beim Mittagessen getroffen und geplaudert. Schon bevor wir die Bran.-ans erwähnen konnten... sprach Angelo von uns und schickt seine Grüße an alle. Es tut ihm sehr Leid, dass seine Französischen Freunde in Guincamp umsonst auf ihn warten mussten. Doch die Lauda wird bald zu ihnen kommen.J
Eine herzliche Umarmung für Adele, ihre Freunde, für Laura Z. und besonders für Micci und Michelangelo, außergewöhnliche Gefährten für Wein und Abenteuer. J

Eine Umarmung für euch alle!

Alessandra Mazzucco



Translation: Elke Quednau
 

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